Die Optimierung der Abläufe in Krankenhäusern bedeutet nachhaltige Veränderung
Rede vor der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG)
Berlin, 9. März 2005
Sehr geehrter Herr Präsident Pföhler,
sehr geehrter Herr Staatssekretär,
sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,
für die Einladung zum Frühjahrsempfang der Deutschen Krankenhausgesellschaft danke ich Ihnen und überbringe Ihnen die Grüße der SPD-Bundestagsfraktion.
Bei Ihrem Empfang sind alle wichtigen Akteure des Gesundheitswesens beisammen. Dies ist eine gute Gelegenheit Ihnen ein paar Gedanken mit auf den Weg zu geben.
Das Ergebnis des Vermittlungsausschusses zum zweiten Fallpauschalenänderungsgesetz ist eine gute Arbeitsbasis für die Zukunft der Krankenhäuser. Auch wenn sie weniger bekamen als sie wollten und der eine oder andere Kultusminister gerne mehr für seine Universitätskliniken gehabt hätte, war es eine gute Entscheidung, dass keine Unterschiede zwischen den Krankenhäusern gemacht wurden.
Krankenhäuser sind ein ganz wichtiger Ort für die Versorgung der Patientinnen und Patienten. Sie sind aber auch ein Wirtschaftsbetrieb mit 1,7 Millionen Beschäftigten. Für diesen Bereich geben die Krankenkassen knapp 48 Milliarden Euro aus, das sind über 36 Prozent ihrer gesamten Leistungsausgaben. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an Leistung und Qualität der Versorgung in den Krankenhäusern.
Dazu bedarf es verstärkter Bemühungen zur Optimierung der Ablauf- und Aufbauorganisation in den Krankenhäusern. Diese sind gut erkennbar. Sie haben zum Beispiel schon zu einer Verkürzung der Verweildauer geführt. Der Optimierungsprozess wird sich im Laufe der weiteren Umsetzung der Fallpauschalen fortsetzen und unsere Krankenhaus- und Versorgungslandschaft nachhaltig verändern.
Nach einer aktuellen Studie dürfte die Zahl der Krankenhäuser von über heute 2.200 bis zum Jahr 2025 auf etwa 1.500 abnehmen. Diese Marktentwicklung wird dazu führen, dass einige kleine Krankenhäuser verschwinden werden, andere werden sich vernetzen oder zu Versorgungszentren umgewandelt werden. Die notwendigen gesetzlichen Rahmenbedingungen sind vorhanden, die eine gute Verbindung zwischen stationärem und ambulantem Sektor möglich machen.
Der Rückgang der Zahl der Krankenhäuser wird dazu führen, dass es mehr spezialisierte Zentren als heute geben wird. Es ist unser aller Aufgabe, den Bürgerinnen und Bürgern zu erklären, dass sie für hochwertige Versorgungsleistungen auch längere Wege in Kauf nehmen müssen.
Die Optimierung der Abläufe in den Kliniken wird nur gelingen, wenn alle dort beschäftigten Berufsgruppen in diesen Prozess eingebunden werden. Dies reicht von Funktions- und Pflegebereichen bis in die Leitungsbereiche. Nur so wird die Strukturierung der Abläufe Akzeptanz finden.
Leistungsfähigkeit und Qualität der Krankenhausversorgung sind nicht nur abhängig von der Vergütung sondern auch von den getätigten Investitionen. Experten gehen davon aus, dass Investitionen von mehr als 10 Milliarden Euro verschleppt wurden. Ohne entsprechende Investitionsmittel der Länder werden die Kliniken vom Fortschritt abgekoppelt. Längerfristig kann dies zu einem Qualitätsverlust bei der Versorgung führen. Deshalb rege ich an, dass wir dieses Thema aufgreifen und bearbeiten.
Sehr geehrte Damen und Herren,
die EU-Kommission plant eine Dienstleistungsrichtlinie, und der bisherige Entwurf erstreckt sich auch auf die Daseinsvorsorge, hierzu zählt der Bereich Gesundheitswesen. Die Dienstleistungsrichtlinie steht bereits auf der Agenda in unserer Fraktion. Es ist zum ersten Mal, dass sich die Fraktionen in einem so frühen Stadium mit einer EU-Richtlinie beschäftigen. Ein Kernpunkt des Richtlinienentwurfs, das Herkunftslandprinzip, scheint mir der problematischste Bereich überhaupt zu sein. Die EU-Dienstleistungsrichtlinie darf auf keinen Fall zu einem Dumping bei der Qualität der Versorgung, der Entlohnung und der Arbeitsbedingungen führen. Wir sollten dazu intensive Gespräche führen, weil für uns die Qualität der Versorgung oberste Priorität hat.
Für den weiteren Verlauf des Abends wünsche ich uns allen noch gute Fachgespräche.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
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