Pressemitteilung vom 26.8.2005
Lohnfortzahlung - DIHK-Präsident stellt maßlose Forderung
Zu den Forderungen von DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun, die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall für die ersten beiden Krankheitstage einzustellen, erklärt die Stellvertretende Fraktionsvorsitzende Gudrun Schaich-Walch:
Der Krankenstand in den Betrieben ist immer noch auf einem Rekordtief. Entsprechend gering ist die Belastung der Wirtschaft durch krankheitsbedingte Fehlzeiten. Bei leichter Erkrankung gehen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer heute fast immer ihrer Arbeit nach. Karenztage treffen deshalb die Arbeitnehmer, die ernsthaft erkrankt sind.
Die Forderung nach Karenztagen zeigt eine Maßlosigkeit in den Vorstelllungen des DIHK-Präsidenten und anderer Vertreter der Arbeitgeberverbände. Die Wirtschaft wurde durch die Einführung des Sonderbeitrags und gleichzeitiger Absenkung des paritätisch finanzierten Beitragssatzes zum 1. Juli 2005 in einem Volumen von fast 5 Mrd. Euro entlastet. Diesen Sonderbeitrag zahlen die Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung allein.
Fördern und Fordern ist eine wichtige Leitvorstellung unserer Politik in vielen Bereichen. Herr Braun fordert nur. Es muss deshalb die Frage erlaubt sein, welchen Beitrag denn die Arbeitgeberseite leisten will.
Herr Braun strebt letztendlich die Privatisierung des Gesundheitswesens an. Und auch dies zeigt das Wegschleichen aus der Verantwortung, die die Arbeitgeber heute in der Selbstverwaltung bei den Krankenkassen haben. Die Selbstverwaltung ist die richtige Stelle, in der die Vertreter der Arbeitgeber ihren Beitrag leisten können, damit die Gesundheitsversorgung sich an Qualität und Wirtschaftlichkeit ausrichtet. Entwickeln Sie, Herr Braun, hier Ihre Aktivitäten.
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